URZEITLICHE INKLUSEN
Wohl einzigartig am Bernstein sind die darin häufig vorkommenden Inklusen, das sind in den Bernstein eingeschlossene urzeitliche Pflanzen und Tiere. Man spricht diesbezüglich auch von Fossilfallen der Erdgeschichte, in denen sich Lebewesen vergangener Zeiten eingebettet bis in die heutige Zeit erhalten haben, was einerseits einen großen ästhetischen Wert darstellt und andererseits für die wissenschaftliche Forschung von außerordentlichem Wert ist.
In unseren Filialen können Sie eine kleine aber feine Sammlung fossiler Insekteneinschlüsse bestaunen, die vom berühmeten Paläontologen Professor Dr. J. Koteja identifiziert worden sind. Dazu steht Ihnen ein Stereoskop - ein optisches Vergrößerungsgerät - zur Verfügung.
Urzeitliche Insekten, vielleicht angelockt vom aromatischen Duft oder der Farbe des noch klebrigen und flüssigen Harzes, setzten sich auf dieses und kamen nicht mehr los, wobei sie daraufhin von nachfliessendem Harz eingeschlossen und so bis heute erhalten wurden. Eines der größten Geheimnisse, welches der Bernstein birgt, ist das Abbild der Wälder, die vor Millionen von Jahren lebten und eingeschlossen in Bernstein die Zeiten als ausgezeichnet mumifizierte Leichname überdauert haben. Dank der Struktur des Bernsteins unterlagen sie nicht der Mineralisation.
Die ältesten fossilen Bernsteinvorkommen sind bis zu 130 Millionen Jahre alt. Die Saurier entwickelten sich vergleichsweise vor ca. 300 Millionen Jahren, bis sie Vermutungen zufolge vor ca. 65 Millionen Jahren durch einen riesigen Meteoraufschlag ausstarben. Bisher wurde jedoch nur ein einziges Exemplar einer vollständig erhaltenen, in einem 3,5 cm großen Bernstein eingeschlossen Echse aus der Familie der Lacertidae entdeckt. Das eigentliche Bernsteinzeitalter ist jedoch die Erdneuzeit, 30-65 Millionen Jahre alt.

Vertreter der Silberfischchen-artigen
(Zygentoma=Thysanura s.str., Zottenschwänze)